Wendeschleife Holländische Straße

Holländische Straße

Neubau der Wendeschleife

Bestand und Zielsetzung

Schmuddelecke, lange Wege und ein beschwerlicher Einstieg beschreiben, wie es um die Endstelle Holländische Straße in der Vergangenheit bestellt war. Als wichtige Umstiegshaltestelle lud sie wenig dazu ein, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln komfortabel fortzubewegen, und als Eingangstor am Stadtrand von Kassel war sie alles andere als ein Repräsentant für eine prosperierende Stadt.
Planungsdeterminanten waren:

  • Anbindung der Straßenbahn nach Vellmar mit einem eigenen Bahnsteig
  • Verkürzung der Umstiegswege
  • Barrierefreie Einstiegsverhältnisse
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch eine begleitende Freiraumplanung
  • Ersetzen/Neubau der Hochbauten (Kiosk/Fahreraufenthaltsraum)
  • Ertüchtigung der Bahnstromversorgung
Tram in Fahrtrichtung Vellmar
Tram in Fahrtrichtung Vellmar

Organisation des Verkehrs

Kern der Planung ist eine Zweiteilung der Haltestellenanlage in eine Durchgangshaltestelle für die Neubaustrecke nach Vellmar und eine großzügigere Wendeschleife für am Stadtrand endende Bahnen.
Die Ausstiegshaltestelle für die endenden Trams wurde als Cross-Platform-Bahnsteig ausgeführt, mit kurzen Wegen zu den Bussen. Für die Vellmarer Bahnen gibt es einen Mittelbahnsteig parallel zur Holländischen Straße. Er wird mit einem großen, vom KVC-Fachbereich Hochbau entworfenen Haltestellendach überspannt. Die aus der Wendeschleife kommenden, stadteinwärts fahrenden Bahnen halten am selben Bahnsteig wie die Bahnen aus Vellmar. Abfahrtsinformationen werden mithilfe dynamischer Fahrgastinformationsanzeiger kommuniziert.
Auf dem Platz werden ferner überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten für einen intermodalen Verkehr angeboten.

Visualisierung Wendeschleife Holländische Straße
Visualisierung Wendeschleife Holländische Straße

Platzgestaltung

Die Platzmitte wurde mit einem neuen Gebäudeensemble versehen. Es beherbergt sowohl einen Pausenraum für das Fahrpersonal als auch einen transparenten Kiosk zur sozialen Belebung des Platzes. Ein weiteres Gebäude auf der Platzfläche ist das Stromhaus. Es fasst die bisher getrennten Gebäude des Bahnstromunterwerkes und des Schaltwerkes des Kommunalen Energieversorgers in einem Gebäude zusammen – das schafft Synergien und ordnet den öffentlichen Raum.

Die Innenfläche der Wendeschleife wurde gestalterisch zu einem Platz mit erhöhter Aufenthaltsqualität aufgewertet. Sie ist mit einer Kalkschotterdecke befestigt und somit ergänzend zum angelegten Wegenetz vollständig begehbar. Geometrisch ausgerichtete Pflanzbeete, eingefasst mit einem Flachstahlband, geben der Fläche Struktur und setzen zusammen mit dem alten Baumbestand und den neu gepflanzten Bäumen grüne Akzente. Entlang der Hauptwegeachsen sind Bänke zum Verweilen aufgestellt. Um die Aufenthaltsqualität auch in den Tagesrandlagen zu gewährleisten, wurde der Beleuchtung der Anlage besondere Beachtung geschenkt.

Barrierefreiheit

Alle Ein-, Aus-, und Umstiege sind barrierefrei gestaltet. Blinde und sehbehinderte Menschen können die Wege über den Platz und zu den unterschiedlichen Einstiegen über taktile und optisch kontrastierende Bodenstrukturen sicher auffinden. Behindertengerecht sind auch sämtliche Querungen im Haltestellen- und Fahrbahnbereich ausgeführt. Als so genannte geteilte Querungen bieten sie sowohl eine ausreichende Sicherheit für blinde Menschen als auch eine absolute Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Personen. Bei der mit 18 Metern sehr breiten Straßenquerung wurden über die gesamte Fahrbahnbreite taktile Elemente als Intarsie in den Fahrbahnbelag gelegt.

Zahlen, Daten, Ansprechpartner

Auftraggeber;Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG
Baukosten;9,0 Mio. €
Planungsvolumen;0,9 Mio. €
Leistungsphasen;1 – 9
Planung;2007 – 2009
Fertigstellung;2009

Ansprechpartner der Auftraggeber

Reiner Blobel
Fon: +49 (0)561 3089-301
Mail: reiner.blobel@kvg.de


Hier können Sie sich die 2-seitige Beschreibung zur Straßenbahnwendeschleife Holländische Straße im PDF-Format herunterladen. 

KVG